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Hotel MamaWas heißt Mutterkuhhaltung?
Bei Mama ist’s halt doch am schönsten: In der Mutterkuhhaltung bleibt das Kalb nach der Geburt bei seiner Mutter – anders als bei Milchkühen. Und zwar fast ein Jahr lang, dann kommt das nächste Kalb. Zentrale Aufgabe der Mutterkuh ist das Aufziehen ihres Nachwuchses. Ihre Milch bekommt daher das Kalb, nicht der Mensch. Knapp 40 % der österreichischen Kühe sind Mutterkühe, insbesondere im Berggebiet ist die Mutterkuhhaltung häufig. Dabei können auch mehrere Kühe und Kälber in einer Herde zusammenleben. Achtung: Die Herde verteidigt den Nachwuchs mitunter vehement
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Beste Freundinnen Gibt es Cliquen innerhalb der Herde?
Ja, eindeutig. Ganz zentral für jede Kuh, egal auf welcher Rangstufe: die besten Freundinnen. Denn Kühe sind sehr soziale Wesen, erkennen sich gegenseitig und finden oft Kameradinnen fürs Leben. Sie fressen und liegen gerne nebeneinander oder helfen sich bei Auseinandersetzungen, wenn mal wieder Zickenkrieg in der Herde herrscht. Gegenseitiges Belecken des Fells vermittelt Geborgenheit und stärkt die Beziehung zwischen den Freundinnen.
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Verkürzte ZündschnurWann wird’s brenzlig?
Kühe sind keine Monster, aber auch keine Streicheltiere. Normalerweise sind sie recht friedfertig und flüchten bei Bedrohung eher. Manchmal können Kühe aber auch angreifen. Davor fixieren Kühe eine potenzielle Gefahr aufmerksam. Steigt der Aggressionspegel, folgt Drohverhalten: Senken des Kopfes, mit dem Kinn zur Brust gezogen, Kopfschütteln oder Schnauben. Spätestens jetzt sollte man Abstand halten, einen Umweg nehmen oder sich langsam und ruhig zurückziehen – aber nicht mit dem Rücken zur Kuh davonlaufen. Übrigens alles Verhaltensweisen, die auch ohne Drohgebärde keineswegs schaden. Bei den allermeisten Kuh-Attacken auf österreichischen Weiden war ein Hund der Auslöser. Daher den Hund bei Überqueren einer Weide an die Leine nehmen! Greifen Kühe an, wird der Hund jedoch sofort abgeleint. Er ist im Normalfall schneller und kann daher flüchten. Und die Aufmerksamkeit der Kühe wird vom Menschen weggelenkt.
Lorena's AlmauftriebUrlaub auf der Alm
Ich, Lorena, bin eine gestandene Pinzgauer-Kuh und freue mich jetzt schon riesig auf den Almsommer. Mein Bauer hat mir nämlich wieder erlaubt, die warmen Sommermonate auf unserer Alm zu verbringen. Letztes Jahr setzte er mir sogar eine GoPro-Kamera zwischen die Hörner! Deshalb kannst du meine Zweieinhalb-Stunden-Wanderung vom Tal auf den Berg in zweieinhalb Minuten miterleben. Wie es mir ergangen ist, siehst du in diesem Video. Freue mich, wenn du mich auf der Alm besuchen kommst! Deine Lorena
Eine Alm ist kein Streichelzoo
Wanderer und Weidevieh: So verhalten Sie sich richtig!